111 Tätigkeiten: Doorman

2017-05-28 02:22 von Bettina Kretzschmar (Kommentare: 0)

 doorman-ralf-altmann-von-der loewen-sicherheit-in-leipzigIn unserer Rubrik „111 Tätigkeiten“ stellen wir unterschiedliche Teilbereiche der Sicherheitswirtschaft vor. In diesem Monat haben wir von SECmarket mit Ralf Altmann von der Löwen Sicherheit über seine Tätigkeit als Doorman gesprochen.

Zum Unternehmen:

Löwen Sicherheit / Löwen Security steht für Veranstaltungsordnungsdienst, Sicherheitsdienst, Eventservice und Objektbewachung.  Zur jeweiligen Dienstleistung zählt ebenso die hochwertige Beratung, Konzepterarbeitung und -planung durch national und international erfahrene Sicherheitsspezialisten, wie die qualitative Umsetzung durch die aufgabenspezifisch geschulten Mitarbeiter. Zusätzlich kümmert sich das Unternehmen um die genaue Analyse, Sicherheitskonzeption und den Kontakt zu Ämtern und Behörden. Sicherheitskräfte werden auch hier immer gesucht.

 

Herr Altmann, geben Sie unseren Lesern doch zunächst einen Einblick in einen typischen Arbeitstag.

Besonders häufig wird man als Doorman im Einzelhandel eingesetzt, hier werden übrigens immer Sicherheitskräfte gesucht. Mein Tag beginnt mit dem Aufschließen des jeweiligen Objekts, bis zum Abschließen am Tagesende liegt meine Hauptaufgabe dann natürlich in der Kontrolle der Objekte und Angestellten, vor allem in Sachen Diebstahlschutz. Generell hängen spezielle Tagesaufgaben vom Kundenwunsch ab, ihnen ist wichtig, dass die Kunden ein entspanntes Einkaufserlebnis haben. Das heißt, ich muss auch spontan reagieren können und bekomme Anweisungen dazu, was Angestellte mit ins Objekt nehmen dürfen. So kann es beispielsweise bei einem Elektrofachgeschäft sein, dass bestimmte Geräte kontrolliert und gekennzeichnet werden müssen, bevor diese mit in das Geschäft genommen werden dürfen.

Wie kamen Sie zu dieser Tätigkeit?

Eine generelle berufliche Umorientierung begann ich vor etwa 15 Jahren. Zuvor war ich im Baubereich beschäftigt, war aber unzufrieden. Über Kontakte hörte ich davon, dass eine Sicherheitskraft gesucht wird, ich kam dann letztendlich in den Security-Bereich und begann dort nebenbei tätig zu werden. Ich beschloss schnell mein Hobby zum Beruf zu machen, was mir leicht fiel. Also absolvierte ich die Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit.

Ich startete im Anschluss mit kleineren Tätigkeiten, beispielsweise als Parkplatzeinweiser. Je nachdem wo Sicherheitskräfte gesucht und gebraucht wurden. Mit Willen und Ehrgeiz bekam ich aber schnell immer mehr Verantwortung, beispielsweise als Doorman oder im Wach- und Objektschutz.

Was an Ihrem Job bereitet Ihnen am meisten Spaß?

Vor allem der Kontakt mit Menschen, in diesem Beruf lernt man ständig die unterschiedlichsten und interessante Personen kennen. Auch ist es schön, den Menschen ein Sicherheitsgefühl geben zu können. Das entgegengebrachte Vertrauen der Auftraggeber gehört außerdem zu den schönen Seiten des Berufs.

Was wiederum fordert Sie an Ihrem Job heraus?

Negative Erfahrungen mit bestimmten Personen gehören selbstverständlich auch zu einem Job in der Sicherheitsbranche. Damit muss man rechnen, allerdings muss man Pöbeleien und Aggression ignorieren und drüber stehen. Das gehört zwingend dazu.

Was sollte ein Doorman mitbringen, um den Job gut meistern zu können?

Charakterstärke! Damit meine ich in erster Linie Durchsetzungsvermögen, Selbstbewusstsein, Standhaftigkeit und Zuverlässigkeit. Diese Eigenschaften sind einfach Voraussetzung. Entgegen dem Klischee ist die körperliche Statur nicht das Wichtigste, die Stärke muss sich in der Persönlichkeit zeigen. Im Ernstfall bestimmend und mit Nachdruck zu kommunizieren, damit kommt man im Security-Bereich ans Ziel und genau solche Sicherheitskräfte werden gesucht.

Beschreiben Sie uns kurz Ihre bisher aufregendste Situation.

Miterlebt habe ich schon sämtliche aufregende Situationen. Dazu gehören Vorfälle von Trickdiebstahl, bis hin zum versuchten Raubüberfall. Der Beruf ist ganz sicher nicht langweilig.

Ich wurde gezielt darauf geschult, auf was in solchen Fällen zu achten ist. Ein häufiger Trickdiebstahl integriert beispielsweise das Austauschen von Produkten durch Attrappen, sogenannte Blender. Häufig passiert es, dass sich zwei Kunden sehr lang vom Verkäufer beraten lassen, bis dieser mehr Produkte vorzeigt, als erlaubt. In dem Fall nutzt einer der beiden die Chance, eines der Ausstellungsstücke auszutauschen, sobald der Verkäufer unachtsam wird.

Der versuchte Raubüberfall, den ich miterlebt habe, wurde vereitelt, bevor er geschah. Die Personen im Objekt und die Polizei waren bereits eingeweiht. Die Täter waren bei Ankunft und noch vor dem Betreten des Objekts sichtlich von der Personenanzahl verwirrt und ergriffen die Flucht. Die Polizei konnte die Täter dann später stellen.

Wie schaffen Sie es, in so langen Schichten nicht durchzuhängen?

Die Erfahrung hilft mir. Ein Durchhängen gibt es nicht, denn das kann ich mir nicht leisten. Lege ich sichtbar Unkonzentriertheit an den Tag, dann werde ich meinem Job nicht gerecht.

Wie werden Sie selbst abgesichert?

In gewissen Objekten gibt es zusätzliche Sicherheitstechnik, beispielsweise einen Notknopf für den stillen Alarm oder aber zusätzliche Unterstützung durch weiteres Personal. Ansonsten ist man auf sich allein gestellt. Auch das gehört dazu.

Ist die Tätigkeit aus Ihrer Sicht beliebt?

Ja, aus meiner Sicht schon, aber viele kommen mit falschen Voraussetzungen oder Erwartungen, wenn sie lesen Sicherheitskräfte werden gesucht. Jeder der sich für das Berufsbild interessiert sollte auch wissen, dass nach 8 Stunden selten Feierabend ist. Dennoch, alles in allem ist das Berufsbild beliebt.

Braucht es aus Ihrer Sicht mehr und vor allem fähige Doormen und wenn ja warum?

Ja, meine Erfahrung hat gezeigt, dass Ausbildung und Schulung das A und O sind. Dazu gehören auch regelmäßige Videoschulungen, die aufzeigen was in bestimmten Fallbeispielen von Raubüberfall oder Trickdiebstahl verkehrt gelaufen ist, wie man es besser macht usw. Eingeführt für alle Fachkräfte wäre das sicher ein Beitrag für mehr Qualität. Das Personal lernt so mit Gefahrensituationen besser umzugehen, wird pfiffiger. Und eben solche Sicherheitskräfte werden gesucht und gebraucht.

Natürlich könnte es immer mehr Personalunterstützung geben, Sicherheitskräfte werden auch immer gesucht. Allerdings ist das nur von Vorteil, wenn eine qualitative Ausbildung dahinter steckt. Der Wissensaustausch ist außerdem wichtig.  Wenn die „alten Hasen“ der Branche irgendwann fehlen, könnte es nicht genug Nachrücker mit dem gleichen Wissensstand und Elan geben. Das ist sozusagen mein Appell an mehr Qualität.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Freuen Sie sich monatlich auf Interviews zu den „111 Tätigkeiten“ der Sicherheitsbranche. Im Juni erwartet Sie ein Interview mit einem Hundeführer der Sprengstoffsuche.

 EXTRA: Unsere Vortrags- und Messeaktion in Berlin

 

Weiteres Interview zum Thema "111 Tätigkeiten":

111 Tätigkeiten: Der Geld- und Werttransport

 

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