111 Tätigkeiten: Hundeführer Sprengstoffsuche

2017-06-23 02:23 von Bettina Kretzschmar (Kommentare: 0)

sebastian-bischoff-mit-hund-devil-111-taetigkeitenIn unserer Rubrik „111 Tätigkeiten“ stellen wir unterschiedliche Teilbereiche der Sicherheitswirtschaft vor.      In diesem Monat haben wir von SECmarket mit Sebastian Bischoff von Securitas über den Bereich der Sprengstoffsuche, die Hunde- und die Hundeführerausbildung gesprochen. Er selbst hat sein Büro in Berlin,    ist aber meistens für die Ausbildung der Tiere in der Prignitz unterwegs. Immer dabei: sein Schäferhund Devil.


Zum Unternehmen:

Mit mehr als 120 Niederlassungen in Deutschland ist Securitas Deutschlands größter Sicherheitsdienstleister im Privaten Sicherheitsgewerbe mit zahlreichen Sicherheitsdienst Ausschreibungen. Zu dem breiten Dienstleistungsspektrum gehören auch die im Frachtbereich tätigen Sprengstoffspürhunde. Seit 2013 sind Securitas-Teams durch das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) zertifiziert. Seitdem sind etwa 10 Securitas-Sprengstoffspürhunde für Kontrollen von Frachtgütern im Dienst.

In der Sicherheitswirtschaft sind Hundestaffeln auch für weitere Sicherheitsdienstleistungen tätig. So sind bei Securitas außerdem immer 30 bis 40 Wach- und Schutzhunde im Einsatz, beispielsweise auf Großveranstaltungen oder zur Objektbewachung. Sicherheitsdienst Ausschreibungen sind in dem Bereich häufig vorzufinden.

 

Herr Bischoff, in welchen Bereichen werden Ihre Sprengstoffspürhunde eingesetzt?

Die Einsatzmöglichkeiten von Sprengstoffspürhunden sind vielseitig, da die Vierbeiner im Gegensatz zur Technik nicht an einen Ort gebunden sind. Wir bei Securitas Deutschland setzen unsere Sprengstoffspürhunde unter anderem bei Veranstaltungen, Messen oder der Kontrolle von Luftfracht ein. Die Sicherheitsdienst Ausschreibungen dazu sind breit gefächert.

Ihr Team hat bereits mehrere Zulassungen für den Einsatz unterschiedlicher Sprengstoffspürhunde-Teams vom Luftfahrt-Bundesamt (LBA) erhalten und war im Jahr 2013 das erste Team aus dem Sicherheitsdienst, das überhaupt eine solche Zulassung für Flughäfen erhalten hatte und Sicherheitsdienst Ausschreibungen nachgehen konnte. Ihre Prognose: Wird die Einsatznachfrage von Flughäfen an Sicherheitsdienstleister zukünftig noch weiter steigen?

Ja, ich denke, die Nachfrage an Sprengstoffspürhunden wird steigen! Die Hunde-Teams arbeiten schnell, genau und sind flexibel einsetzbar – das alles bei einer hohen Kosteneffizienz. In anderen Ländern wie den USA oder Israel sind Hundeteams im Luftverkehr nicht mehr wegzudenken. Ich glaube, dass auch in Deutschland der Einsatz von Sprengstoffspürhunden in Verbindung mit technischen Hilfsmittel für die Flughafensicherheit an Bedeutung gewinnen wird und die Sicherheitsdienst Ausschreibungen sich weiter häufen.

Die technische Ausstattung in Bezug auf die Flughafensicherheit wird immer genauer und ausgereifter. Warum muss in Zeiten modernster Sicherheitstechnik überhaupt auf Hundestaffeln zurückgegriffen werden?

Moderne Detektionstechnik ist sehr präzise und bei der Kontrolle von Luftfracht unverzichtbar. Allerdings hat auch die Technik ihre Grenzen. Ihr fehlt die menschliche Intuition und die Intelligenz, Sachverhalte logisch zu kombinieren. Hier kommt das Duo Mensch und Hund zum Einsatz. Durch sein außergewöhnliches Riechvermögen erzielt der Hund eine extrem hohe Erfolgsquote beim Detektieren von Sprengstoff. Außerdem ist er wie schon erwähnt sehr flexibel einsetzbar - im Gegensatz zu großen, fest installierten Prüfanlagen. Das ist gerade beim Absuchen von engen Räumen oder Kabinen von großem Vorteil. Und nicht zuletzt ist der Sprengstoffspürhund kostengünstiger.

Der Geruchssinn ist unter den Hunderassen unterschiedlich ausgeprägt. Für den Einsatz als Sprengstoffspürhund kommen deshalb Hunde zum Einsatz, die über einen besonders stark ausgeprägten Geruchsinn verfügen. Welche Rassen kommen für den Einsatz in Frage und befinden sich auch in Ihrer Hundestaffel?

In unserem Unternehmen werden vorwiegend Schäferhund-Rassen eingesetzt, zum Beispiel der Deutsche oder Belgische Schäferhund. Prinzipiell sind alle Gebrauchshunderassen für Sicherheitsdienst Ausschreibungen derart geeignet, die über einen überdurchschnittlich hohen Geruchssinn verfügen, etwa Riesenschnauzer oder der Airedale Terrier.

Sprengstoff gibt es in unterschiedlichen Zusammensetzungen und es ist kein einmaliger Geruch. Wie viele Sprengstoffarten können Ihre Hunde erkennen?

Hunde können verschiedene Gerüche bis zu tausendmal besser voneinander unterscheiden als Menschen. Unsere Sprengstoffspürhunde sind auf militärische Sprengstoffe, Selbstlaborate und gewerbliche Sprengstoffe konditioniert, das sind bis zu 25 Stoffe.

Welche Voraussetzungen muss ein Hund für die Ausbildung mitbringen?

Die Hunde für derartige Sicherheitsdienst Ausschreibungen müssen prinzipiell einen überdurchschnittlichen Spiel- und Beutetrieb mitbringen, gesund, besonders sozial und umweltsicher sein. Nicht jeder Hund eignet sich für die Ausbildung. Und nicht jeder Hund passt zu jedem Hundeführer. Es kommt auf ein gutes Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier an. Deshalb ist eine sorgfältige Auswahl des Hundes für die Sicherheitsdienst Ausschreibungen sehr wichtig.

Wie sieht die Ausbildung eines Sprengstoffspürhundes aus und wie lang dauert sie?

Die Ausbildung eines Sprengstoffspürhundes für Sicherheitsdienst Ausschreibungen derart dauert in etwa 10 bis 15 Wochen. In dieser Zeit wird das Tier mit seinem Hundeführer zusammengeführt und auf die Sprengstoffe konditioniert. Die Ausbildung ist sehr praxisnah. Der Hund wird an unterschiedlichen Örtlichkeiten und unter unterschiedlichen Bedingungen geschult. So wird er auf die oft stressigen Einsätze bzw. Sicherheitsdienst Ausschreibungen vorbereitet, zum Beispiel am Flughafen, wo es zahlreiche Nebengeräusche und Gerüche gibt. Seine Konzentrationsfähigkeit und Umweltsicherheit sollen bei möglichst authentischen Trainings ausgebaut werden.

Gibt es Zahlen darüber, wie viele Hunde die Prüfung zum Schluss nicht bestehen und woran liegt es zumeist?

In unseren Reihen sind noch keine Hunde-Teams durchgefallen. Das liegt daran, dass wir schon bei der Vorauswahl von Hund, Hundeführer und der Sicherheitsdienst Ausschreibung genau schauen, ob sie geeignet sind und gut im Team funktionieren. Wenn ein Team die Prüfung nicht besteht, liegt es meistens am Zusammenspiel. Sollte die Suchleistung beim Sprengstoffspürhund (noch) nicht ausreichend sein, so wird er durch uns gar nicht erst zur Prüfung gemeldet und weiter geschult. Genauso verhält es sich mit dem Hundeführer.

Wo finden Hunde ihren Platz, die die Ausbildung zum Sprengstoffspürhund nicht geschafft haben?

Diensthunde, die für den Einsatz nicht mehr geeignet sind, werden wenn möglich an Familien vermittelt.

Es gibt mittlerweile Stoffe, die Metalldetektoren nicht erkennen und geruchlos sind (vl. Slurries). Gibt es hier bereits Methoden diese Stoffe ausfindig zu machen?

Wenn dieser Stoff zur Ausbildung zur Verfügung steht, können die Hunde auch darauf konditioniert werden. Denn nahezu jeder Stoff entwickelt Geruchsspuren, auch wenn diese für den Menschen nicht wahrnehmbar sind.

Kommen wir zum Hundeführer: welche Voraussetzungen müssen für die Tätigkeit gegeben sein?

Die Hundeführer müssen körperlich und geistig in der Lage sein, mit einem Hund zu arbeiten. Die Ausbildung erfordert viel Fürsorge, Geduld und Disziplin. Dafür ist nicht jeder geschaffen. Der Hundeführer muss außerdem die Möglichkeit haben, den Diensthund zu Hause zu halten. Denn die Tiere werden von Anfang an in die Familie integriert um eine enge Bindung zu ihrem Führer aufzubauen. Ebenso sind ein Führerschein, ein einwandfreier Leumund und eine hohe Reisebereitschaft wichtige Voraussetzungen.

Wie wird man bei Ihnen zum Hundeführer?

Die Bewerber müssen ein Praktikum bei uns durchlaufen, um ihre Eignung zu beweisen. Anhand der Leistungen im Praktikum wird dann eine Auswahl getroffen. Nach der Ausbildung zum Hundeführer muss jeder Anwärter seine Fähigkeiten in einer Zulassungsprüfung vom LBA unter Beweis stellen. Die Zulassung gilt nur für ein Jahr und muss entsprechend wiederholt werden.

Wie oft kommt es zu einem Einsatz und wie sehen die Einsätze in der Regel für Hund und Hundeführer aus?

Unsere Teams sind jede Woche im für verschiedene Sicherheitsdienst Ausschreibungen im Einsatz, egal ob im täglichen Training oder im richtigen Einsatz. Hunde mögen keine Langweile – und wir auch nicht.
In der Regel schauen wir uns die Räumlichkeiten und Umgebung am Einsatzort erst einmal genau an und stecken den Suchbereich ab. Dann spielen wir den Hund an, das bedeutet, wir animieren ihn dazu, den Raum selbstständig abzusuchen. Im zweiten Schritt suchen wir mit dem Hund an der Leine bestimmte Bereiche noch genauer ab, oder begehen die Stellen, die der Hund bisher ausgelassen hat. Ist die Suche abgeschlossen, bekommt der Hund seine wohlverdiente Pause. Dazu gehen wir möglichst in einen ruhigen, geschlossenen Raum – denn ein Einsatz verlangt viel Konzentration vom Tier. Als Belohnung bekommt der Hund sein Spielzeug.

Wie verhält es sich mit Nachfrage und Angebot in Bezug auf die Tätigkeit?

Im Luftverkehr hat sich der Sprengstoffspürhund in den vergangenen Jahren als erfolgreiche Methode etabliert. Die Nachfrage und Sicherheitsdienst Ausschreibungen werden in Zukunft sicher noch steigen. Und auch bei der Absicherung von Events erfreuen sich die Vierbeiner großer Beliebtheit. Bisher gibt es in Deutschland nicht viele private Anbieter von zugelassenen Hunde-Teams. Securitas zählt auch hier zu den Vorreitern. Wir sind heute mit einer Vielzahl von Hunde-Teams bundesweit unterwegs.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Hinweis: das Interview wurde im Juni 2017 geführt. Der Mitarbeiter Sebastian Bischoff arbeitet zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr bei Securitas.

Der Bereich der Sprengstoffsuche ist jedoch weiterhin im Dienstleistungsrepertoire des Geschäftsbereichs Securitas Aviation vertreten.

 

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