Der Security-Job: über Voraussetzungen, Erwartungen & Prognosen

2017-09-27 02:28 von Bettina Kretzschmar (Kommentare: 0)

der-security-job-ueber-voraussetzungen-erwartungen-und-prognosen-carsten-klauer-power-personen-objekt-werkschutz-gmbhPersonalmangel ist ein beständiges Thema und greift nicht nur in der Security-Branche um sich. Die wachsende Nachfrage und steigenden Sicherheitsdienst Ausschreibungen in der Sicherheitsbranche allerdings befördern das Problem unter Sicherheitsunternehmen zusätzlich. Hinzukommen nicht selten falsche Voraussetzungen oder Vorstellungen, die zu einer erhöhten Absprungrate bei Security-Jobs führen.


Das Team von SECmarket hat mit dem Geschäftsführer der POWER PERSONEN-OBJEKT-WERKSCHUTZ GmbH, Carsten Klauer, gesprochen, der aus seiner Sicht beschreibt, was Jobinteressierte aus der Sicherheit mitbringen und was sie generell wissen sollten.

 

Zum Unternehmen:

Mit 14 Standorten – sowohl national, als auch international, und ihren über 1.000 Festangestellten ist die POWER-Gruppe  tätig in zahlreichen Bereichen der Sicherheit, wie Personenschutz, Objekt- und Werkschutz, aber auch in weiteren Bereichen.

Carsten Klauer selbst ist seit 1985 in der POWER-Gruppe tätig und seit 1994 Geschäftsführer.

Zusammen mit einer Leiterin Personalwesen und weiteren Mitarbeitern sowie den Niederlassungs- und Einsatzleitern, wird viel für die Personalarbeit im Unternehmen getan.

der-security-job-voraussetzungen-erwartungen-prognosenSecurity-Jobs: Mit den richtigen Voraussetzungen und Erwartungen erfolgreich in der Sicherheitsbranche

Herr Klauer, berichten Sie uns doch zunächst, worauf Bewerber aus der Sicherheitsbranche achten sollten?

Der Bewerber sollte das Sicherheitsunternehmen, bei dem er sich bewerben möchte, zunächst genau recherchieren.

  • Stimmt die Vorstellung der gewünschten Tätigkeit mit dem Profil des Sicherheitsunternehmens ausreichend überein?
  • Kenne ich Mitarbeiter des Unternehmens, welche ich nach ihren Erfahrungen befragen kann?
  • Ist es ein seriöses, ggf. schon langjährig auf dem Markt tätiges, Unternehmen mit vielen Sicherheitsdienst Ausschreibungen oder handelt es sich um eine Neugründung mit möglichen Risiken?
  • Gehört das Unternehmen einem anerkannten Verband an (BDSW Bundesverband der Sicherheitswirtschaft) oder macht das Unternehmen mit tendenziell reißerischen Zertifikaten Werbung für sich, die aber inhaltlich eher nichtssagend sind?

Meine Tipps:

Ein seriöses Unternehmen erstellt nach entsprechender Prüfung des Bewerbers und Einigung den Arbeitsvertrag vor dem Dienst aus. Die Entlohnung und die Rahmenbedingungen sollten mindestens den tariflichen Bedingungen genügen, häufig werden qualifizierten Kräften auch außertarifliche Zulagen gezahlt.

Seriöse Sicherheitsunternehmen arbeiten für seriöse Auftraggeber – und dies nicht als Subunternehmer, sondern direkt.

Welche Einstellungsvoraussetzungen müssen die Bewerber mitbringen?

Die Bewerber müssen zunächst die richtige Einstellung und Motivation zu diesem Beruf mitbringen. Absolute Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit und der Wille, Straftaten und Regelverstöße nicht zuzulassen sind erforderlich. Letztendlich kommt es aber auch darauf an, in welchem bestimmten Bereich der Bewerber eingesetzt werden möchte. Interessiert er sich mehr für die technische Sicherheit, möchte Sicherheitsanlagen projektieren und installieren, ist er (meistens jedoch nur als nebenberufliche Tätigkeit) am Veranstaltungsschutz interessiert oder sieht er seinen Schwerpunkt darin, Ladendiebe zu überführen. Die Tätigkeiten im Werkschutz mit der Bestreifung großer Werksgelände und Kontrolle der Ladeflächen von Lkw oder auch der Einsatz in Funkeinsatzfahrzeugen bedürfen anderer Voraussetzungen als Empfangskräfte im Verwaltungsgebäude, die eher serviceorientiert arbeiten wollen. Im Sicherheitsdienst gibt es für alles zahlreiche Ausschreibungen und Bedarf.

Als Mindestqualifikation gilt das Unterrichtungsverfahren nach §34a GewO. Ist das aus Ihrer Sicht immer ausreichend oder empfehlen Sie mit Erwerb dieses Zertifikates dennoch zusätzliche Aus- und Weiterbildungen?

Für einfachste Tätigkeiten, die in der Regel auch nur mit Tariflohn entlohnt werden, ist das Unterrichtungsverfahren häufig ausreichend.

Diejenigen, die sich weiterentwickeln, ein breiteres Aufgabenspektrum in der Welt der Sicherheitsdienst Ausschreibungen und ggf. Schwerpunkte (z. B. im Bereich des Feuerwehrdienstes oder der Ermittlungen) ausüben wollen, müssen – teilweise auch mit erheblichem Aufwand – weitere Qualifikationen erwerben.

Zu den Arbeitsbedingungen: Wie verhält es sich bei Ihnen mit Arbeitszeiten und Arbeitsmaterial und ist das die Regel?

Wer hauptberuflich im Sicherheitsgewerbe arbeiten möchte, muss darauf vorbereitet sein, an allen Tages- und Nachtzeiten, Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten.

Diese arbeitsunüblichen Zeiten werden zwar in der Regel mit attraktiven abgabefreien Zuschlägen honoriert, dennoch ist diese Belastung nicht zu unterschätzen und ein jeder, der in dieser Branche arbeiten möchte, muss sich dessen bewusst sein. Wer nicht gerade im Veranstaltungsschutz, Luftsicherheit oder Empfangsdienst arbeiten möchte, muss sich auch auf bis zu 12-Std.-Schichten einstellen. So gestalten sich Sicherheitsdienst Ausschreibungen nicht selten. Große Vorteile von 12-Std.-Schichten sind entsprechend weniger Arbeitsschichten und dadurch mehr freie Tage pro Monat, entsprechend weniger An- und Abfahrtskosten.

Außerdem wird in der Regel die 12-Std.-Schicht durchgängig bezahlt, das heißt auch dann, wenn der Mitarbeiter nicht aktiv beschäftigt ist, wird er ohne Pausenabzug bezahlt – dieser Vorteil ist bei den wenigsten Berufen der Fall.

Wie ist die Zukunft der Sicherheitsbranche einzuschätzen?

Der Bedarf an Sicherheit und Sicherheitsdienst Ausschreibungen sind in den vergangenen Jahren gestiegen und werden auch nicht geringer werden. Die Entwicklung wird aber weg von der einfachsten Bewachungstätigkeit hin zu qualifizierten Sicherheitsmaßnahmen gehen. Der Einsatz von komplexer Sicherheitstechnik, in Verbindung mit hochqualifizierten und trainierten Sicherheitskräften, wird zunehmen.

Es wird aber nur gelingen, wenn die Sicherheitsunternehmen und die Sicherheitskräfte gemeinsam diesen Weg mitgehen: Jeder einzelne muss beweisen, dass er bereit ist, diesen Weg mitzugehen, sich entsprechend aktiv einsetzen, weiter qualifizieren und ein entsprechendes Verhalten gegenüber unseren Auftraggebern und der Öffentlichkeit zeigen. Dazu gehören neben einwandfreiem, höflichem aber bestimmtem Verhalten, vorbildlich getragene Dienstkleidung und hohe Aufmerksamkeit.

In der Unternehmensgruppe bilden wir u. a. Kommunikationselektroniker für komplexe Sicherheitssysteme genauso aus, wie Fachkräfte für Schutz- und Sicherheit sowie Kaufleute für Bürokommunikation. In unserer eigenen Akademie führen wir unsere Sicherheitskräfte zu IHK-geprüften Schutz- und Sicherheitskräften, Feuerwehrkräften und Kaufhausdetektiven. Eine ganze Reihe Mitarbeiter, die auf unterstem Ausbildungsstand bei uns begonnen haben, sind heute als Schichtführer, Objektleiter oder Einsatzleiter tätig. Sie führen heute zwischen 10 bis hin zu 100 Kräften und sind für die Umsetzung der Sicherheitsanforderungen bei unseren Auftraggebern verantwortlich – Investition in die eigene Leistung, die sich in diesen Fällen durchaus lohnt.

Welche Vorteile sehen Sie durch die App für die Security-Branche von SECmarket?

Diese Art der Vernetzung zwischen Jobsuchenden und Dienstleistern, rein aus der Security-Branche, gibt es bisher so nicht. Mit der entsprechenden Anzahl an beteiligten Akteuren und Sicherheitsdienst Ausschreibungen ist das mit Sicherheit ein sehr gutes und zukunftsweisendes Projekt.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

  EXTRA: Sind die Bildungsangebote ausreichend?

 

© Bild Teaser: istock.com/Jirsak; Bild Interviewpartner: POWER PERSONEN-OBJEKT-WERKSCHUTZ GMBH

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