Evolution in der Sicherheit? - Ja, bitte

2019-05-28 10:12 von Bettina Kretzschmar (Kommentare: 0)

Wir freuen uns, dass sich mit Felix Timtschenko ein neuer externer Moderator bei SECmarket einreiht. Vor über 20 Jahren begann er als Sicherheitsmitarbeiter, arbeitete hart, sammelte international Erfahrungen und berät heute Interessierte und global tätige Unternehmen zu Themen der Sicherheit.

Für die Nutzer und Fans von SECmarket gibt er nun regelmäßig exklusive Tipps mit auf den Weg.

 

Drei Tipps zum Thema „Dienstleister-Marketing“

felix-timtschenko-sicherheitsberater-externer-moderator-secmarket-05-2019In den letzten zwanzig Jahren hörte ich von vielen Sicherheitsdienstleistern immer wieder Aussagen wie: „Das ist ein sehr altes Gewerbe“, „Was soll bei uns denn auch verbessert werden?“, „Bei uns wird sich nie was verändern“.

Das sind insofern interessante Aussagen, weil vor 20 Jahren die Welt tatsächlich anders als heute aussah. Nicht besser und nicht schlechter, nur anders. Drohnen waren keine Bedrohung für Flughäfen und brachten keine Pakete nach Hause, denn es gab sie nicht. In Unternehmen hatte man Stempelkarten zur Zeiterfassung, Facebook und Youtube gab es auch nicht und mit „Taxi“ meinte man nicht Uber oder ein fliegendes Objekt sondern ein beiges Auto mit Fahrer. Der Begriff „künstliche Intelligenz“ kam nur in Science Fiction Romanen vor und über Hacker Angriffe und Bots wussten nur die IT-Profis Bescheid.  Warum ist das aber nun relevant für die altehrwürdige Sicherheitsbranche?

 

Felix Timtschenko gibt den Fans von SECmarket Tipps mit auf den Weg

Aus zwei Gründen.

Erstens: Die Umwelt. Also die Welt um den Dienstleister herum ändert sich rasant. Tendenziell wird alles eher schneller als langsamer.

Zweitens: Die Youtube und Instagram-Generation, oder wie auch immer Gesellschaftswissenschaftler sie bezeichnen, sitzt immer öfter in den Entscheidungsgremien der Unternehmen.

Als Dienstleister ist man direkt von beidem abhängig. Der Welt um einen herum und den Entscheidern, die in der Chefetage beraten, wem sie den Auftrag geben. Und beides bedingt sich natürlich. Wenn ein Manager eines internationalen Konzerns von USP oder KPI spricht, sollte der Dienstleister verstehen, dass es sich hierbei nicht um Paketdienste handelt.

Tipp 1:

Wenn Sie es noch nicht können, ist das nicht schlimm aber lernen Sie die Management-Sprache.  Die Grundlagen von BWL oder VWL haben sich nicht geändert, die Wortwahl sehr wohl. Dienstleister, die diese Sprache nicht sprechen oder nach der Fax-Nummer des Unternehmens fragen, um das Angebot durchzuschicken, haben schnell das Nachsehen.

Wie lernt man diese „Sprache“? Es gibt dazu zahlreiche Fortbildungen und Seminare. Aber mit ein paar kostenlosen Online-Kursen und Videos wissen Sie schnell Bescheid. Das ist kein Hexenwerk. Die Zeitinvestition lohnt sich. Sie werden es beim nächsten Gespräch in einem Unternehmen merken. Es geht nicht darum, „bullshit-bingo“ zu spielen, wer die meisten Anglizismen drauf hat. Es geht darum, als ein modernes Sicherheitsunternehmen von der anderen Seite wahrgenommen zu werden. Und wenn Sie dazu eben KPI und QM brauchen, warum nicht.

Ich glaube, es versteht sich von selbst, dass Unternehmen heute online auftreten. Die Frage ist nur wie finden sie im Netz statt. Haben Sie eine Homepage mit einem unscharfen Bild des Teams und der letzte Eintrag unter „News“ ist vier Jahre alt? Dann ist ihre Homepage nutzlos. Natürlich muss man nicht jeden schnelllebigen Trend mitmachen, aber „aussitzen“ des digitalen Zeitalters geht auch nicht.

Tipp 2:

Setzen Sie sich mit Ihren Kollegen zusammen, nehmen sie die Jüngsten aus Ihrem Unternehmen mit dazu und sammeln Sie Ideen, auch „brainstorming“ genannt. Stellen Sie sich und Ihrem Unternehmen Fragen.

  • Sollen wir einen Youtube-Channel haben?
  • Bilder auf Instagram posten?
  • Eine eigene App entwickeln lassen?
  • Wissen wir, wer unsere Homepage besucht?
  • Was bedeutet Traffic für uns?
  • Wo wollen wir nicht vertreten sein?
  • Was ist mit SEO?
  • Wo finden uns unsere Kunden?

Seien Sie unvoreingenommen und hören Sie einfach zu, welche Ideen sich entwickeln. Übrigens ist die Welt hier eine andere. Der jüngste Praktikant hat hier womöglich mehr Ahnung als der Senior Chef. Hier gilt es offen zu sein und Dinge auch eine Zeit lang zu testen.

Tipp 3:

Schmieden Sie einen Plan. Kontinuität ist der Schlüssel zum Erfolg. Stellen Sie sich jemanden vor, der Muskeln aufbauen möchte und derjenige geht einmal im Monat ins Studio, hebt eine Hantel hoch, legt sie wieder hin und geht nach Hause. Streng genommen, trainiert er regelmäßig, aber mit null Effekt.

Genau wie ein Trainingsplan, benötigen Sie eine Strategie für Online und Digitalisierung. Wenn Sie sich entschieden haben, auf einer Plattform, einem Kanal, den Sozialen Medien, einem Blog oder woanders präsent zu sein, dann wäre es gut, kontinuierlich dabei zu sein. Ein Post im Monat auf Facebook ist vergleichbar mit dem Menschen, der einmal im Monat ins Studio geht. Auch dazu gibt es zahlreiche Videos und Tutorials aber natürlich auch professionelle Agenturen, die helfen können.

Wenn man es negativ betrachtet, sind zunehmender Konkurrenzdruck, Kostendruck und Kannibalisierung die drei „Ks“, die die Zukunft der Branche bestimmen. Dies birgt aber auch Chancen für Dienstleister, sich neu und anders zu positionieren und zu handeln. Wahrgenommen und wirklich gesehen zu werden ist ein Wettbewerbsvorteil, der zunehmend eine Rolle spielen wird. Wer nicht gesehen wird - stirbt auf lange Sicht aus.

Die Sicherheitsbranche braucht keine Revolution, also abrupte Änderungen und eine komplette Umkehr von dem heutigen Zustand. Evolution, eine stetige Entwicklung, die starke Veränderungen mit sich bringt, braucht sie jedoch dringend. Je schneller desto besser.

 

Im nächsten Artikel lesen Sie:

Positionierung und Kundenverblüffung – wie gelingt Marketing in der Sicherheitsbranche?

 

Zum Autor Felix Timtschenko

Felix Timtschenko ist angesehener Experte im Bereich Corporate Security sowie international tätiger Vortragsredner und Trainer.

Vor 20 Jahren begann er als einfacher Security Mitarbeiter. Nach einer Ausbildung zum Personenschützer wurde er für den Vorstand der Siemens AG tätig.

Er war der jüngste Mitarbeiter der Corporate Security der Siemens AG (Referat Unternehmenssicherheit) und machte seinen Abschluss als Sicherheitsfachwirt (FH). Als Senior Manager bei Imperial Tobacco (Reemtsma) war er verantwortlich für die Bereiche „Reisesicherheit“ und „Krisenmanagement“ für 36.000 Mitarbeiter und über 60 Liegenschaften weltweit.

Felix Timtschenko war zudem für die Bekämpfung illegalen Handels in Osteuropa und Zentralasien verantwortlich. Dort leitete er ein Team von 10 Sicherheitsmanagern. Während seiner Laufbahn führte er dutzende Sicherheitsberatungen durch und leitete weltweit zahlreiche Großprojekte.

Heute begeistert er seine Zuhörer mit seiner Erfahrung und seiner spürbaren Leidenschaft. Er sensibilisiert praxisnah und unterhaltsam für seine Themen Risikomanagement und Sicherheit.

Seine Spezialgebiete:

  • Reisesicherheit
  • Krisenmanagement
  • Moderne Unternehmenssicherheit

Webseiten:

www.felix-timtschenko.de

www.securitysales.de

 

© Bild: Felix Timtschenko

 

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