Icon-Jobfinder

Fachkräftemangel fördert Zusammenarbeit mit der Polizei

Fachkräftemangel fördert Zusammenarbeit mit der Polizei

2018-02-08 03:45 von Bettina Kretzschmar (Kommentare: 0)

Die Polizei kämpft mit akutem Personalmangel“ – Immer mehr Aufträge, aber nicht genug Polizeikräfte. Medien häufen sich mit diesen Schlagzeilen.

Der Fachkräftemangel in Deutschland wir immer spürbarer: Bis 2060 wird es 12 Millionen weniger Erwerbstätige geben. 2016 sind etwa 0,56 Prozent davon im Privaten Wach- und Sicherheitsgewerbe angestellt, 10.876 Polizeivollzugsbeamte sind in Sachsen und 268.175 im Landesbereich beschäftigt.

polizei-private-sicherheitsunternehmen-fachkraeftemangel-secmarket-jobfinderDer Fachkräftemangel schärft die Zusammenarbeit zwischen Polizei und privaten Sicherheitsunternehmen

Terroristische Aktivitäten lassen Forderungen nach mehr Sicherheit in öffentlichen Gefahrenherden aufkeimen. Sicherheitsdienstleister, aber auch Länder und Kommunen überarbeiten Sicherheitskonzepte, Sicherheitsmitarbeiter sind ständig gefordert und auch generell wird  das Personal stetig aufgestockt.

Mitarbeiterausfall und Recruiting werden zu ernsthaften Problemen. Es schärft aber auch die Zusammenarbeit on öffentlichen Organen und privaten Sicherheitsdienstleistern. Ein Beispiel aus Sachsen zeigt, wie das aussehen kann.

Gemeinsam im Interesse der Bürger

Eine Grundsatzerklärung bildet das Fundament. In sieben Bundesländern gibt es sie schon (Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen). Sie besteht zwischen Polizei und den jeweiligen Landesgruppen des BDSW und beinhaltet den rechtlichen Rahmen, Aufgabentrennung zwischen privat und öffentlich sowie Organisatorisches zur Zusammenarbeit.

Klingt trocken, erleichtert aber die Arbeit im Auftrag der Sicherheit extrem. Wolfgang Kießling lobt die daraus hervorgehende Kooperation: „In der täglichen Arbeit gibt es schon seit längerer Zeit eine sehr enge und gute Zusammenarbeit.“ Kießling ist tätig für das Sächsische Staatsministerium des Innern (SMI).

Seit Februar 2002 existiert die Grundsatzerklärung in Sachsen. Neugefasst zwischen dem SMI und dem BDSW , Landesgruppe Sachsen, wurde diese zuletzt im Jahr 2016. Der Kern der Unterstützung durch die privaten Sicherheitsunternehmen gegenüber der Polizei liegt dabei im „Beobachten – Erkennen – Melden“ von sicherheitsrelevanten Vorkommnissen.

Das Ziel: Im Interesse der Bürger soll die öffentliche Sicherheit und Ordnung verbessert und ergänzt werden. Andreas Paulick, Geschäftsführer vom BUNDESVERBAND DER SICHERHEITSWIRTSCHAFT (BDSW), fügt hinzu: „Seit 2002 wurden 4.242 melderelevante Ereignisse von Sicherheitsunternehmen an die Polizei weitergeleitet. In über 8.000 Fahndungsmeldungen zu Personen wurden seitens der Polizei die privaten Sicherheitsdienstleister einbezogen. Wir sprechen hier von einer hervorragenden Zusammenarbeit“.

inhalte-der-saechsischen-grundsatzerklaerung-secmarket-jobfinderEinblick in die Inhalte der sächsischen Grundsatzerklärung

 

Sachsen gilt als Vorreiter

Wir erfahren mehr über die gegenseitige Unterstützung zwischen privaten Sicherheitsdienstleistern und der Polizei Im Interview mit Uwe Voigt, Polizeisprecher der Polizeidirektion Leipzig. Er ist sehr zufrieden: „Sachsen ist in Sachen Zusammenarbeit ein Vorreiter“. Damit meint er neben den gemeinsamen Einsätzen, auch den gegenseitigen Wissensaustausch. Im September 2017 beispielsweise fand erstmals ein Vortrag in der Leipziger Polizeidirektion statt, der Einblick in die Einsätze aus Sicht der Privaten Sicherheitsunternehmen gab. In Zusammenarbeit mit dem BDSW kam es zu diesem Projekt, zu dem auch gegenseitige Besuche gehören, beispielsweise der Einsatz – und Lagezentren der Polizei oder der Alarmempfangsstellen/Notruf- und Serviceleitstellen der Sicherheitsdienstleister.

Projekte derart befürwortet Voigt auch auf bundesweiter Ebene, das Potential sei schließlich da. Außerdem unterstütze er die Ansicht, dass verbesserte Schulungsmaßnahmen im Sicherheitsdienst als Qualitätsmerkmal integriert werden müssen.

Leipzig als Praxisbeispiel                                                                                           

In Leipzig gibt es ein hohes Demonstrationsgeschehen, hinzukommen viele kulturelle Angebote sowie Fußballspiele in der Bundesliga und Champions League. Aus diesem Grund ist die Stadt stark in Sachen Sicherheit und Ordnung gefordert. Die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Security in den Einsätzen sei trotz des hohen Stressaufkommens vorbildlich, wie der Polizei-Pressesprecher berichtet.

„Hier greift ein Rädchen ins andere, wir haben einen gut funktionierenden Führungsstab, in dem immer ein Vertreter der beteiligten Behörden sitzt und lenkt. Für die sehr gut besuchten Fußballspiele kommen wir monatlich zu einem Plenum zusammen, während der Halbzeiten findet eine Besprechung für Feedback und weitere Vorbereitungen statt. Die Kommunikation klappt wunderbar, auch zwischen Beamten und den privaten Sicherheitsmitarbeitern, z. B. bei Einlasskontrollen. Im Nachgang gibt es immer detaillierte Auswertungen. Wir sind in Leipzig sehr zufrieden. Verbesserungen gibt es aber immer noch.“

Ausblick: die Personalsituation

Die Zusammenarbeit zwischen Polizei und privaten Sicherheitsunternehmen sehen alle Interviewpartner als eine dringende Notwendigkeit. Wichtig sei hierbei aber die Wahrung der Aufgabentrennung untereinander, wie sie auch in der Grundsatzerklärung festgeschrieben ist.

Laut Voigt wird sich, entgegen der medialen Darstellung, die schwierige Personalsituation bei der Polizei in den kommenden Jahren wieder beruhigen. Der Polizeiberuf ist und bleibt sehr gefragt und für die Ausbildung wurde verstärkt Personal eingestellt. Die Lage erholt sich bis 2021 also. Die gegenseitige intensive Unterstützung soll aber auch zukünftig eine wichtige Rolle in der Sicherheit einnehmen.

Problem bereiten vor allem falsche Vorstellungen vom Beruf und schlechte Vorbereitung. Ähnlich die Lage bei den privaten Sicherheitsunternehmen. Hier fehlt es noch am Überblick zu Einsatzmöglichkeiten, Inhalten und Bildungsangeboten, die sehr vielfältig sind.

Transparenz – ein Schlagwort, welches für das Recruiting in der Sicherheit eine entscheidende Rolle spielen wird.

Bild Teaser: © istock.com/Heiko Küverling; istock.com/iunderhill

 

111 Einsatzbereiche: Detektiv

 

Lernen Sie die Hintergründe und das Team hinter dem App-Projekt SECmarket kennen – in unserem Über Uns-Bereich.
Für weitere Infos zu den Ansprechpartnern, besuchen Sie unseren Kontaktbereich.

 

Zurück